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title: "Wenn dein Pferd dich nicht aufsteigen lässt: Was hinter Zappeln und Ausweichen stecken kann"
description: Dein Pferd zappelt beim Aufsteigen oder lässt dich nicht in den Sattel? Erfahre, warum du das Verhalten nicht vorschnell korrigieren solltest und worauf du achten kannst.
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# Wenn dein Pferd dich nicht aufsteigen lässt: Was hinter Zappeln und Ausweichen stecken kann

[By Katja Saumer](https://www.ride2vitality.de/blog/author/katja-saumer)

 Oktober 07, 2026

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Dein Pferd steht beim Aufsteigen nicht still. Es tritt zur Seite, geht rückwärts oder läuft schon los, bevor du richtig im Sattel sitzt. Vielleicht dreht es sich weg oder wird plötzlich unruhig, obwohl es vorher ganz entspannt war.

Die erste Reaktion ist oft: **„Das muss es doch einfach lernen.“**

Natürlich darf ein Pferd lernen, beim Aufsteigen ruhig zu stehen. Das ist wichtig für Sicherheit und einen entspannten Start ins Training.

Aber bevor ich ein solches Verhalten einfach korrigiere, interessiert mich eine andere Frage:

**Warum möchte mein Pferd gerade nicht, dass ich aufsteige?**

Denn Zappeln ist zunächst einmal eine Information. Und manchmal lohnt es sich, dieser Information genauer nachzugehen.

## Ein Pferd, das beim Aufsteigen zappelt, ist nicht automatisch ungehorsam

Wenn ein Pferd beim Aufsteigen unruhig wird, kann das ganz unterschiedliche Gründe haben.

Vielleicht ist es aufgeregt. Vielleicht hat es gelernt, dass nach dem Aufsteigen sofort losgeritten wird. Vielleicht ist die Situation noch nicht ausreichend trainiert. Vielleicht fühlt es sich unsicher. Oder vielleicht fällt ihm etwas körperlich schwer oder fühlt sich unangenehm an.

**Das Verhalten allein sagt uns noch nicht, warum es entsteht.**

Deshalb möchte ich nicht jedes Zappeln sofort als Trainingsproblem betrachten. Ich möchte zuerst beobachten.

## Wann genau beginnt dein Pferd unruhig zu werden?

Diese Frage ist oft viel interessanter als das Zappeln selbst.

Beobachte einmal genau:

- Ist dein Pferd schon beim Satteln unruhig?
- Verändert sich etwas beim Gurten?
- Weicht es aus, wenn du den Sattel auflegst?
- Wird es erst beim Aufsteigen unruhig?
- Bleibt es stehen, solange du neben ihm stehst?
- Verändert sich sein Verhalten, sobald du im Sattel sitzt?
- Tritt die Unruhe nur auf einer bestimmten Seite auf?
- Fällt dir unter dem Reiter eine Veränderung in der Bewegung auf?

Der Zeitpunkt kann uns wichtige Hinweise geben.

Ein Pferd, das bereits beim Satteln ausweicht, zeigt möglicherweise ein anderes Muster als ein Pferd, das erst beim Aufsteigen reagiert.

Und ein Pferd, das plötzlich nach mehreren Jahren ruhigen Aufsteigens damit beginnt, sollte ebenfalls anders betrachtet werden als ein junges Pferd, das dieses Verhalten von Anfang an zeigt.

**Deshalb lohnt sich der Blick auf das gesamte Muster.**

## Ein Fall aus meinem Training

Vor einiger Zeit hatte ich genau so eine Situation bei einem Kundenpferd.

Die Besitzerin wollte aufsteigen – doch das Pferd wollte sie nicht aufsteigen lassen. Es zappelte und machte die Situation für beide zunehmend schwierig.

Wir hätten jetzt versuchen können, das Pferd immer wieder zurückzustellen und ihm beizubringen, dass es beim Aufsteigen stehen bleiben muss.

Aber bevor wir das getan haben, haben wir genauer hingeschaut.

Denn für mich war die entscheidende Frage:

**Was könnte dieses Pferd dazu bringen, genau in diesem Moment auszuweichen?**

Wir haben uns deshalb den Körper genauer angesehen.

Dabei zeigten sich deutliche Spannungen im Bereich der **Schulter und Brust**, unter anderem im Bereich der Brustmuskulatur.

Das passte zu dem Bewegungs- und Spannungsmuster, das wir beobachtet hatten.

Wir begannen deshalb zunächst damit, diese Spannungen über gezielte fasziale Arbeit zu regulieren und dem Pferd mehr Bewegungsfreiheit und Wahrnehmung in diesem Bereich zu ermöglichen.

Und damit war unsere Arbeit noch nicht beendet.

## Denn jetzt kommt der wichtige Teil: Was kann die Besitzerin selbst tun?

Mir ist wichtig, dass eine Besitzerin nach einem Termin nicht einfach mit der Information nach Hause geht: **„Da ist Spannung.“**

Sondern: **„Ich weiß, was ich jetzt beobachten und wie ich mein Pferd unterstützen kann.“**

Deshalb bekam die Besitzerin konkrete Hausaufgaben für die nächsten Wochen.

Nicht zehn komplizierte Übungen. Sondern Dinge, die sie im Alltag selbst umsetzen und beobachten konnte, um ihr Pferd in dieser Zeit sinnvoll zu unterstützen.

Beim nächsten Termin können wir dann wieder gemeinsam schauen:

- Was hat sich verändert?
- Wie reagiert das Pferd inzwischen?
- Was fällt ihm leichter?
- Wo besteht noch Handlungsbedarf?

Genau dieser Prozess ist für mich gutes Training.

## Dein Pferd muss nicht erst laut werden

Viele Pferde zeigen Veränderungen lange, bevor daraus ein offensichtliches Problem wird.

Vielleicht wird die Bewegung etwas kleiner. Vielleicht verändert sich die Körperspannung. Vielleicht verlagert das Pferd häufiger sein Gewicht. Vielleicht hebt es den Kopf. Vielleicht wird die Atmung anders. Vielleicht wird eine bestimmte Bewegung hektischer. Oder das Pferd beginnt plötzlich, Situationen auszuweichen, die vorher selbstverständlich waren.

Keines dieser Signale bedeutet automatisch: **„Mein Pferd hat Schmerzen.“**

Aber sie können Informationen sein.

Und wenn mehrere Veränderungen zusammen auftreten oder ein Verhalten neu ist und wiederkehrt, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

## Was fällt meinem Pferd gerade schwer?

Das ist eine Frage, die ich mir im Training sehr häufig stelle.

Nicht nur: **„Wie bekomme ich dieses Verhalten weg?“**

Sondern: **„Was fällt meinem Pferd gerade schwer?“**

Denn wenn wir nur das sichtbare Verhalten verändern, wissen wir noch lange nicht, warum es entstanden ist.

Ein Pferd kann lernen, beim Aufsteigen stillzustehen. Das ist sinnvoll.

Aber wenn es gleichzeitig körperlich angespannt bleibt, sich unwohl fühlt oder eine Bewegung kompensiert, haben wir damit möglicherweise nur das sichtbare Signal verändert.

Deshalb möchte ich **Verhalten und Bewegung gemeinsam betrachten.**

## Auch unter dem Sattel lohnt sich genaues Beobachten

Manchmal zeigt sich ein Thema nicht nur beim Aufsteigen.

Vielleicht fühlt sich dein Pferd unter dem Sattel plötzlich anders an.

- Der Rücken wirkt fester.
- Der Schritt wird kürzer.
- Eine Seite fühlt sich anders an als die andere.
- Übergänge werden schwieriger.
- Das Pferd wird hektischer oder verliert seinen Rhythmus.
- Vielleicht fällt eine bestimmte Übung plötzlich schwer.

Auch hier gilt: **Eine einzelne Beobachtung ist noch keine Diagnose.**

Aber sie kann Anlass sein, genauer hinzuschauen.

Denn **„Das Pferd funktioniert noch“ bedeutet nicht automatisch, dass es sich auch gut und frei bewegt.**

## Wahrnehmen heißt nicht, alles durchgehen zu lassen

Mir ist an dieser Stelle etwas besonders wichtig.

Wenn ich sage, dass wir Verhalten als Signal betrachten sollten, bedeutet das nicht, dass wir jedes Verhalten einfach akzeptieren.

Ein Pferd darf lernen, ruhig zu stehen. Es darf lernen, auf Signale zu reagieren. Und gerade beim Aufsteigen brauchen wir klare Strukturen und Sicherheit.

**Klarheit und Wahrnehmung sind kein Gegensatz.**

Im Gegenteil.

Je besser du dein Pferd lesen kannst, desto besser kannst du entscheiden:

**Was kann ich jetzt von meinem Pferd verlangen?**

**Wo braucht es mehr Training?**

**Und wann sollte ich genauer hinschauen?**

## 6 Fragen, die du dir beim nächsten Zappeln stellen kannst

1. **Seit wann zeigt mein Pferd dieses Verhalten?**  
   Ist es neu oder schon immer so?
2. **Tritt es jedes Mal auf?**  
   Oder nur in bestimmten Situationen?
3. **Wann genau beginnt die Veränderung?**  
   Beim Satteln, Gurten, Aufsteigen oder erst danach?
4. **Gibt es körperliche Veränderungen?**  
   Wie fühlt sich die Bewegung an? Hat sich Spannung, Bewegungsumfang oder Rhythmus verändert?
5. **Gibt es ein bestimmtes Muster?**  
   Zum Beispiel eine bestimmte Seite, Bewegung oder Situation?
6. **Was passiert, wenn ich nicht sofort korrigiere, sondern erst einmal beobachte?**  
   Manchmal ist genau diese kleine Pause der Moment, in dem wir etwas erkennen, das uns vorher entgangen ist.

## Die Frage ist nicht immer: „Wie korrigiere ich das?“

Für mich beginnt gutes Pferdetraining deshalb nicht beim möglichst schnellen Abstellen eines unerwünschten Verhaltens.

Es beginnt mit **Wahrnehmung**.

Was verändert sich?

Was fällt meinem Pferd gerade schwer?

Was beeinflusst seine Bewegung?

Was kann ich selbst verändern?

Und was braucht es vielleicht an weiterer Abklärung?

Denn je besser du solche Zusammenhänge erkennst, desto früher kannst du reagieren.

Nicht erst, wenn aus einem kleinen Ausweichen deutliche Abwehr wird. Nicht erst, wenn dein Pferd sich dem Sattel komplett entzieht. Und nicht erst, wenn ihr beide im Training immer wieder an derselben Stelle festhängt.

## Genau das möchte ich dir im VITAL START vermitteln

Du sollst nach einem Termin nicht das Gefühl haben:

**„Katja weiß, was mein Pferd hat – aber ich weiß es selbst nicht.“**

Mein Ziel ist ein anderes.

Ich möchte dir zeigen, **wie du dein Pferd beobachten, seine Bewegungen besser verstehen und Zusammenhänge erkennen kannst.**

Im **VITAL START Mentoring** lernst du deshalb nicht einfach eine Sammlung von Übungen.

Du lernst, genauer hinzusehen.

Du lernst, Körpersignale wahrzunehmen, Bewegungen zu beobachten, Spannungen einzuordnen und dein Pferd mit sinnvollen Übungen selbst zu unterstützen.

Denn dein Pferd begleitet dich nicht nur während unserer gemeinsamen Termine.

**Du bist jeden Tag mit ihm unterwegs.**

Und genau deshalb ist es so wertvoll, wenn du lernst, dein eigenes Pferd immer besser zu verstehen.

## Dein Pferd zeigt dir mehr, als du vielleicht denkst

Vielleicht zappelt dein Pferd beim Aufsteigen.

Vielleicht gibt es gerade eine andere Situation, in der du immer wieder denkst:

**„Warum macht es das eigentlich?“**

Dann lohnt sich manchmal ein Perspektivwechsel.

Nicht sofort:

**„Wie bekomme ich das weg?“**

Sondern erst einmal:

**„Was versucht mein Pferd mir gerade zu zeigen?“**

Denn genau dort beginnt für mich gesundes Training:

**fühlen. fördern. frei bewegen.**

## VITAL START – gemeinsam lernen, dein Pferd besser zu verstehen

Die nächste Runde des **VITAL START Mentorings** startet zum nächsten Programmtermin.

Wenn du lernen möchtest, dein Pferd selbst besser zu beobachten, Bewegungsprobleme früher wahrzunehmen und es mit einem sinnvollen Trainingssystem auf dem Weg zu mehr gesunder Bewegung zu begleiten, kannst du dich jetzt auf die **Warteliste** setzen.

 

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*Hinweis: Wenn ein Pferd plötzlich oder wiederholt deutliche Abwehr, Schmerzen oder starke Bewegungsveränderungen zeigt, sollte die Ursache entsprechend fachlich bzw. tierärztlich abgeklärt werden. Training und Faszientraining ersetzen keine notwendige medizinische Untersuchung.*

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